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Prag Guide II: Sightseeing in Prag

Nachdem ihr hier ja schon das ein oder andere Wissenswerte zur Planung eures Prag-Trips erfahren könnt, geh ich jetzt in einem gesonderten Beitrag ein wenig auf das Sightseeing in Prag ein. Die goldene Stadt ist ja glücklicherweise eher übersichtlich, jedenfalls wenn man sonst die Betonweiten Berlins gewohnt ist. Daher kann man alles wirklich ganz fabelhaft zu Fuß erledigen und sollte sich vorher ganz grob eine Laufroute überlegen, der man aber natürlich nicht eisern zu 100 Prozent folgt, damit man ganz in Ruhe kleine Gassen, geheime Gärten und tolle Ausblickspunkte entdecken kann. Ich habe eine Route zusammengestellt, mit der man locker in einem Tag alle typischen Sightseeing-Monumente ablaufen kann und dabei noch frei genug ist, hier und da in einem netten Café oder Biergarten zu verweilen.

Prag Sightseeing

Los geht es bei der Prager Burg (119 08 Prague 1), zu der wir aufgrund der wirklich minimalen Distanz gelaufen sind, natürlich kann man dazu aber auch mit Straßenbahn fahren. Hier gibt es mehrere Stationen (z.B. Pražský hrad), je nach dem, aus welcher Richtung ihr kommt und mit welcher Linie ihr fragt. Bei Unsicherheit fragt ihr am besten bei einem netten Prager eures Vertrauens nach!

Die Prager Burg ist nicht nur der Sitz des Staatsoberhauptes, in diesem Fall die offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik, sondern zudem einer der schönsten Aussichtspunkte über die Prager Altstadt. Das ist ihrer Lage geschuldet, sie liegt nämlich ziemlich weit oben auf dem Berg Hradschin. Von dort aus kann man den Blick über die Dächer der Kleinseite schweifen lassen und verborgene, kleine Balkone und Hinterhöfe entdecken.

Sightseeing in Prag

Ausblick über Prag

Ausblick Prager Burg

Tipp: Jeden Tag um Zwölf lösen sich die Burgwachen, die Hradní stráž, gegenseitig in einem aufwendigen Militärspektakel mit viel Blasmusik ab, wer das verpasst kann aber zu jeder vollen Stunde in den Genuss einer Kurzversion davon kommen.

Noch imposanter als die Burg selbst ist der dahinter gelegene, dreischiffige Veitsdom, der das größte Kirchengebäude Tschechiens und ein Meisterwerk des gotischen Stils ist. Von außen wirkt er mit seinen riesigen düsteren Türmen fast bedrohlich (das stürmische Wetter tat dazu sein Übriges), von innen strahlt das Kirchenschiff mit seinen bunten Kirchengläsern aber umso bunter.

Prager Veitsdom

Prag Veitsdom

Sightseeing Veitsdom

Wenn ihr erst einmal wieder runter von der Burg seid, lohnt sich ein kleiner Umweg durch das historische Viertel Malá Strana, zu deutsch die Prager Kleinseite.

Kleinseite Prag

Sightseeing Prag

Prager Kleinseite

Neben unendlich vielen, ähm, nennen wir es „farbenfrohen“, Souveniershops, glänzt das unterhalb der Burg liegende Viertel mit prunkvollen Gebäuden und Kirchen, wie etwa der berühmten St. Nikolaus Kirche (Malostranské nám 118 00 Praha 1). Übrigens befindet sich hier auch die deutsche Botschaft, die im Zuge der Zuflucht suchenden DDR-Bürger eine bedeutsame Rolle beim Fall der Berliner Mauer spielte.

Nikolauskirche Prag

Nikolauskirche Kleinseite

Prager Kleinseite

Von da aus kann man fabelhaft das unumstrittene Wahrzeichen Prags, die Karlsbrücke, Karlův most, passieren. Sie verbindet die Kleinseite mit der Altstadt, ist nebenher eine der ältesten Steinbrücken Europas und sogar die älteste erhaltene Brücke über die Moldau. Außerdem hat man von der Karlsbrücke einen ausgezeichneten Blick auf die Burg und die Kleinseite.

Sighseeing in Prag

Sightseeing Prag

Prager Burg

Eine ganz besondere Wirkung erhält sie durch die verschiedenen Statuen, die rechts und links an den Seiten nach und nach aufgestellt wurden. Sie stellen Heilige und Patronen dar und sind vornehmlich im barocken Stil gehalten.

Karlsbrücke Prag Statue

Sightseeing Statue

Prag Statue

Uns wurde im Vorfeld empfohlen, die Brücke möglichst in der Morgen- oder Abenddämmerung zu passieren, angeblich weil die Statuen da besonders mystisch wirken. Ich vermute allerdings eher, dass dies die einzige Tageszeit ist, zu der keine Massen von Touristen auf der Brücke zu finden sind und man es vielleicht sogar schafft, eine der Skulpturen zu knipsen, ohne verwirrt dreinblickende Menschen die einem vor die Kamera laufen auf dem Bild zu haben. Die Karlsbrücke ist wahrhaftig der Klassiker beim Sightseeing in Prag und auch aus anderen Perspektiven, z.B. von weiter unten liegenden Brücken wie der südlichen Most legií, toll zu beobachten.

Karlsbrücke Prag Sightseeing

Einmal in der Altstadt angekommen, kann man sich wunderbar in den kleinen Kopfsteinpflaster-Gassen zwischen den reichlich verzierten Altbauten verlieren. In den alten Sträßchen fühlt man sich zwischendurch wie im romantischen Paris, ein zielloser Gang durch die Altstadt ist daher auf jeden Fall ein Muss!

Fassade Sightseeing Prag

Aber weil man ja Tourist ist muss man zwischendurch auch was ganz touristisches machen: Ein Trdelnik essen! Obwohl das süße Gebäck eigentlich aus der Slowakei kommt, findet man es in Prag seit ein paar Jahren an wirklich jeder Ecke. Bei der Zubereitung wird der Teig um dicke Stangen gerollt, in kiloweise Zucker und Nussraspeln gewälzt und anschließend über einer offenen Feuerstelle gebacken. Der himmlische Duft verbreitet sich in Windeseile und schaltet alle rationalen Sinne aus, sodass man SOFORT und AUF DER STELLE so eine Rolle haben muss. Tipp: In Anbetracht des potentiellen Zuckerschocks ist es allerdings empfehlenswert, sich das Gebäck mit mindestens einer weiteren Person zu teilen.

Trdelnik Prag

Prager Trdelnik

Folgt man der Richtung der Karlsbrücke nach Osten, gelangt man früher oder später an den Altstäder Ring. Der Staroměstské náměstí (110 00 Praha 1) ist mit seinen ca. 9000m² wirklich nicht zu übersehen.

Altstädter Ring Prag

Prag Altstadt Sightseeing

Als zentraler Marktplatz der Prager Altstadt hält er einiges zum Bestaunen bereit, wie das historische Rathaus mit seiner berühmten astronomischen Uhr, die Teynkirche, die Hussitenkirche St. Nikolaus, das Palais Kinský und das Haus „Zur Steinernen Glocke“, das U kamenného zvonu.

Altstadt Prag

Die verzierten Fassaden, die allesamt im Renaissance-, Barock- und Rokokostil gehalten sind, überfordern schon fast im ersten Moment, weil alles so schön aussieht, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hingucken soll. Im dagegen fast schon dezenten Jugendstil gehalten befindet sich mittig auf dem Marktplatz das Denkmal für Jan Hus, einen protestantischen Reformator aus dem 14. Jahrhundert, der sich gegen die Korruption der katholischen Kirche auflehnte.

Denkmal Prag Sightseeing

Nachdem man sich ein bisschen in der Altstadt umgesehen hat, bietet sich ein Ausflug in das Jüdische Museum an, dass etwas nördlich liegt (U staré školy 141/1, 110 00 Praha 1). Die einst winzige Josefstadt, Josefov, war einst das jüdische Ghetto von Prag. Zum Museum gehören ein halbes Dutzend alte Synagogen, ein Zeremonienhaus mit Leichenhalle und der melancholische alte Jüdische Friedhof. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir uns für eine kurze Betrachtung von außen entschieden, bei einem weiteren Besuch will ich aber unbedingt die alten Synagogen und den Friedhof noch einmal aus der Nähe betrachten! Hier findet ihr auf der offiziellen Seite Infos zu Ausstellungen und Preisen.

Jüdisches Museum Prag

Wer wie wir nicht mit dem strahlendsten Sonnenschein gesegnet ist und seine Kunstkenntnisse aus der Schulzeit etwas auffrischen will, wird in Prag im Veletržní palác, dem Messepalast, gut unterhalten. Das Museum ist etwas schwierig zu finden und liegt nördlich über der Moldau oberhalb der Altstadt (Dukelských Hrdinů 530/47, 170 00 Praha 7). Während das Gebäude von außen, sagen wir, nicht so richtig schick ist, wird es drinnen modern, weiß, minimalistisch und genau so, wie man sich ein Museum wünscht. Auf verschiedenen Etagen kann man Kunstwerke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts von unter anderem Picasso, Van Gogh oder Klimt genießen, zudem gibt es wechselnde Ausstellungen mit regionalem Bezug. Wir kamen in Genuss von Kokoschka and Prague, die die farbenfrohen, expressionistischen Werke im des österreichischen Malers Oskar Kokoschka und verwandte Werke zeigte. Kokoschka galt bei den Nationalsozialisten als „Entartetster unter den Entarteten“, und als Hitlers „Kunstfeind Nr. 1“. Entsprechend viel Bezug dazu gibt es auch in seinen Bildern, die dadurch noch viel interessanter werden. Hier gibt es auf der offiziellen Seite Infos zum Museum.

Sightseeing Prag Nikolauskirche

Im nächsten und letzten Teil des Prag Guides werde ich euch noch ein paar kleine und größere Cafés, Restaurants und Bars vorstellen, in denen man zwischen dem ganzen Sightseeing in Prag herrlich entspannen kann.

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