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10 Things to do in Porto

Brrr Berlin, warum tust du uns das an? Jedes Jahr um diese Zeit, wenn es kalt, nass und grau wird uns sich die Hauptstadt in eine riesige Betonwüste verwandelt, frage ich mich, wieso ich nicht damals in Australien geblieben bin. Oder einfach wieder hin fahre. Oder gleich ganz auswander. Da das aufgrund diverser Umstände aber dann irgendwie doch zu stressig ist, zehre ich gerade einfach gedanklich ein bisschen von meiner letzten Portugal-Reise im Oktober. Neben Lissabon haben wir auch das fantastische Porto besucht, dass sowohl meinem Freund als auch mir fast einen Ticken besser gefallen hat.

Porto Riberia

Lissabon und Porto sind von der Ausgangslage her ziemlich ähnlich: Beide Städte liegen nahe am Atlantik oberhalb eines Flusses, sind enorm hügelig und haben diese wunderbaren kachelübersäten Häuser. Trotzdem sind die Städte absolut nicht vergleichbar. Während Lissabon als „weiße Stadt“ vornehmlich helle Häuserfassaden und Fußwege hat, ist Porto ein bisschen düsterer und hat mehr zerfallene Ecken, an denen man die Spuren der Wirtschaftskrise mehr als deutlich sieht. Trotzdem hat die Stadt wahnsinnig viel Charme, insbesondere durch das zauberhafte Flussufer des Douro, dass mit Bars, Restaurants und den Portweinkellereien auf der Villa Nova de Gaia-Seite zum flanieren und schnabulieren einlädt.

douro-porto

Porto hat sich definitiv in mein Herz geschlichen, weshalb ich jedem einen Besuch mehr als empfehle. Daher findet ihr hier unsere schönsten Erlebnisse zusammengefasst in zehn Tipps, die unbedingt für euren nächsten Porto-Besuch einplanen solltet!

Porto Portugal

1. Portwein trinken

Portwein, oder auch Vinho do Porto, heißt ja nicht umsonst so wie er heißt. Porto ist nicht nur Namensgeber für das süffigen Gesöff, sondern mit dem nahegelegenen Douro-Tal auch traditioneller Herkunftsort. Zentrum der Portweinproduktion ist allerdings heute Vila Nova de Gaia, das kleine Städtchen gegenüber von Porto, wobei man ohne die Flussüberquerung kaum merken würde, dass man die Stadt überhaupt verlässt. Entsprechend sind die Kellereien auch entlang dieser Uferseite zu finden, was den netten Nebeneffekt hat, dass man zu einem Gläschen Portwein einen fantastischen Blick auf das schöne Porto genießen kann. Und obwohl ich Verächter von lieblichem Wein bin, kann ich mittlerweile aus Erfahrung sagen: Portwein schmeckt mit jedem Schluck besser. Den Wein gibt es meist in vier Varianten, weiß, rosé, dem süßeren Ruby und dem etwas herberen, gängigstem Tawny.

portwein-vila-de-nova-gaia

Wen die Aussicht auf diesen alkoholischen Zuckerschock weniger reizt, wird auf den umfangreichen Cocktail-Karten fündig. Der Klassiker ist Porto Tonic (oder auch Portonic oder Porto Tonico), der feierlich zu unsrem Lieblingsdrink des Urlaubs gekrönt wurde und meist aus weißem Portwein, Tonic Water, einer Zimtstange und Orange gemixt wird. Natürlich gibt es davon unzählige Varianten, auch mit rotem Portwein. Alles sehr lecker und empfehlenswert. Hicks. Zwei tolle Locations zum Schlürfen sind die Terrasse vor Sandeman oder die Dachterrasse auf dem Porto Cruz Multimediacenter (lasst euch nicht vom komischen Namen abschrecken), wenn ihr entlang des Ufer schlendert findet ihr aber sowieso garantiert ein hübsches Plätzchen.

Wer neben dem Alkoholrausch noch etwas intellektuelle Förderung möchte, kann neben der Bar auch der Kellerei selbst einen Besuch abstatten. Viele Portweinhersteller bieten Touren durch die Weinkeller an, die meistens mit einer abschließenden Weinprobe verbunden sind.

 

2. Portos Panorama genießen

Neben dem gegenüberliegenden Flussufer gibt es zahlreiche andere Spots in Porto, von denen man eine klasse Übersicht über die Stadt hat. Der zentrale Clérigos Turm der gleichnamigen Kirche überragt die Stadt und bietet entsprechend einen atemberaubenden Ausblick, kostet dafür aber auch drei Euro Eintritt. An vielen Ecken bekommen man tolle Ausblicke aber auch für lau. Besonders schön fanden wir es am Miradouro da Bataria da Vitoria, einer auf charmante Art etwas ramponierten Terrasse neben einem ziemlich zerfallenen Haus, von der aus man einen klasse Blick über Stadt und Fluss hat.

Porto Panorama

3. Petiscos essen

Was Tapas in Spanien sind, sind Petiscos in Portugal. Die portugiesischen Snacks gibt es in allen möglichen Varianten und es macht wahnsinnig viel Spaß, einfach die Karte rauf und runter zu bestellen. Wir fanden es besonders toll in der Petiscaria, einem auf Petiscos spezialisiertem Restaurant, wo trotz der zwei Filialen unbedingt reserviert werden sollte. Hier kann man sich im gemütlichen Ambiente durch die portugiesische Küche futtern – Highlight sind die brennende Chorizo (siehe Bild) und die Alheira, einer portugiesischen Wurst aus verschiedenen Fleischsorten und Brot mit Apfelmus, die aufgeschnitten und aus der Pelle heraus gegessen wird (gibt es hier Pinkel-Fans? Das ist eure Wurst!). Angeblich entstand die Alheira, als im Zuge der Inquisition zum Christentum konvertierte Juden, die heimlich jedoch ihrem ursprünglichen Glauben nachkommen und entsprechend kein Schweinefleisch verzehren wollten, ihre Würste mit anderen Fleischsorten und altem Brot füllten, um beim öffentlichen Wursträuchern (anscheinend war das in Portugal mal ein Ding) nicht negativ aufzufallen. Mittlerweile ist aber auch Schweinefleisch eine gängige Zutat der Alheira. Auf Nachfrage stellen die Kellner euch übrigens gerne eine kreuz und quere Auswahl an Petiscos zusammen.

Petiscaria – Baixa
Rua da Fábrica 93
4050 247 Porto

Petiscos Porto

4. Azulejos entdecken

Portugal ist bekannt für seine Kacheln (=Azulejos) und natürlich sind auch Portos Fassaden überdeckt mit den kleinen quadratischen Kunstwerken. Besonders schön sind die klassischen blau-weißen Kacheln, die oft als Leinwand für ganze Gemälde dienen. Drei tolle Spots, um die Azulejos in ihrer ganzen Pracht zu begutachten, sind die Kirche Capela das Almas, der Bahnhof São Bento und und die Kirche von Santos Ildefonso.

Die Capela das Almas besticht vor allem von außen aufgrund der mit Azulejos übersäten Außenfassaden. Für Neugierige ist aber auch der Eintritt umsonst. Die Lage auf der Shoppingstraße Rua de Santa Catarina lädt außerdem dazu ein, das Sightseeing mit einem Besuch bei Zara & co (mit günstigen Preisen!) zu kombinieren.

Rua de Santa Catarina 428
4000-444 Porto

capela-das-almas-porto

Der zentrale Bahnhof São Bento ist nicht nur ein riesiger Umschlagsort für die öffentlichen Verkehrsmittel, sondern mit seiner wunderschönen Eingangshalle ein Sightseeing Must Do. Diese ist mit zahlreichen Ajuzelos überdeckt, die mit historischen Bemalungen versehen sind und äußerst passable Fotomotive abgeben.

Estação de São Bento
4000-069 Porto

sao-bento-porto

Zuletzt ist auch die Igrera Santo Ildefonso einige Schnappschüsse wert. Auch hier gibt es die berühmten bemalten Azulejos, diesmal wieder mit stärkerem religiösen Bezug. Übrigens nur ein paar Schritte von der Capela das Almas entfernt!

Igrera Paroquial de Santo Ildefonso
4000-101 Porto

Santo Ildefonso Porto

5. Willkommen in Hogwarts!

Okay, zugegebenermaßen ist Harry nicht persönlich in Porto am Start. Echte Potter-Fans wissen aber natürlich, dass seine Erschafferin JK Rowling ganz schön lange in Porto gelebt hat, und zufällig auch dann, als ihr die Idee zu Harry und Co kam. So wird beim Schlendern durch die schmalen Gässchen Portos schnell klar, wo die Inspiration für Orte wie die Winkelgasse herkommt. Auch die Namensverwandtschaft zwischen Salazar Slytherin, dem Gründer des Hogwarts-Hauses mit dem miesesten Image, und dem früheren Diktator Portugals kommt nicht von ungefähr. Belustigend sind auch die zahlreichen Studenten, die in ihren schwarzen Kitteln (traditionelles Universitäts-Dress) durch Porto rennen und vermutlich im Zuge irgendwelcher Ersti-Rituale oder vielleicht auch einfach so „Expecto Patronum“ brüllen. Die ultimative Harry Potter Überdosis gibt es im Buchladen Livraria Lello, einem der schönsten Buchläden der Welt, der angeblich JK Rowling als Inspirationsvorlage für die komplette Innenausstattung der Zauberwelt diente. Der Buchladen hat, um die Massen an Touristen fernzuhalten, mittlerweile einen Eintrittspreis von drei Euro eingeführt, den man sich allerdings beim Kauf eines Buches anrechnen lassen kann. Dieser hält aber die Massen nicht davon ab, täglich zu hunderten in das kleine Lädchen mit der Wendeltreppe zu stürmen. Unbedingt Zeit mitbringen!

Livraria Lello
R. das Carmelitas 144
4050-161 Porto

6. Einmal ins Food-Koma, bitte!

Es gibt so gewisse Sachen, die muss man in Porto einfach probiert haben. Auf jeden Fall solltet ihr Petiscos essen (s. Tipp 3), es gibt aber noch mehr, dass ihr euch nicht entgehen lassen dürft. Die Portugiesen haben ja einen ziemlich süßen Zahn, entsprechend solltet ihr euch eine kleine Bäckerei suchen und euch einmal quer durch die Auslage essen – von Pasteis de Nata bis zu den Bolas de Berlim, der portugiesischen Interpretation unserer Berliner (bzw. Pfannkuchen, wie der Berliner selbst sagt). Außerdem haben Portugiesen anscheinend eine ausgeprägte Leidenschaft für Nutella – anders sind die zahlreichen Nutellarias nicht zu erklären. Unsere persönliche Schoko-Nahtoderfahrung erlebten wir im Nut‘ Porto, wo ich euch empfehlen würde, alles mindestens zu zweit zu teilen, wenn ihr den Wunsch habt, danach noch annähernd bewegungsfähig zu sein.

Nut‘ Porto
Rua das Flores 50
4050-485 Porto

Nut'Porto

Natürlich bietet Porto gastro-technisch auch noch mehr als Zucker und Schokolade. Eine tolle Ecke zum abendlichen Schnabulieren ist die Rua das Flores, die mit stylischen Restaurants wie der Cantina 32 oder dem Puro 4050 kulinarische Versorgung auf hohem Niveau bietet. Unser Highlight war allerdings das um die Ecke gelegene Brick Clérigos – wer auf gesunde, obst- und gemüselastige Küche steht ist hier super aufgehoben. Frische Avocado-Toasts mit Mango, Beeren und Granatapfelkernen oder Pizza aus Süßkartoffel-Mash sind ein prima Ausgleich zum Fett- und Zuckerschock der letzten Mahlzeiten. Die gemütliche Atmosphäre wird dadurch vollendet, dass fast alle Gäste gemeinsam um einen riesigen Holztisch sitzen. Gilt übrigens für alle Restaurants: Unbedingt reservieren!

Brick Clérigos
Rua Campo Mártires da Pátria
4050-103 Porto

porto-brick-clerigos

7. Markteinkauf

Das nächste Sightseeing-Objekt, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet, ist der Mercado do Bolhão. Der größte Markt Portos besticht mit seiner neoklassischen Architektur und erinnert ein bisschen an eine Kampfkulisse aus einem Bruce Lee Film. Auf zwei Ebenen kann man an jeder Menge Stände von Obst und Gemüse bis zum Kühlschrankmagneten im Fliesen-Style alles kaufen, was das Touri-Herz begehrt. Empfehlenswert sind die kleinen Stände, die sich mittig im Erdgeschoss aneinanderreihen und mit günstigem aber köstlichem Wein und Tapas zum Tagesrausch einladen. Hier sitzt es sich sehr nett zwischen urigen Weinfässern und dem trubeligen Marktgeschehen, was den Mercado do Bolhão perfekt für einen Mittagsbesuch macht.

Mercado do Bolhão
Rua de Santa Catarina 220
4000-252 Porto

Mercado do Bolhao Porto

8. Es gibt frischen Fisch!

Durch die Nähe zum Atlantik bietet es sich an, auch mal einen kleinen Strandausflug einzuplanen. Mit dem 500er Bus kann man vom Zentrum Portos aus prima nach Matosinhos fahren und dort einen gemütlichen Strandspaziergang einlegen. Die Häuser-Promenade ist leider nicht die schickste, der Atlantik aber wild und ungezähmt wie man es sich wünscht. Entschädigt wird man außerdem durch frischen Fisch, der quasi aus dem Meer direkt auf dem Grill und anschließend auf euren Tellern landet und für wenige Euros verzehrt werden kann. In der Rua Heróis de França findet ihr viele kleine Läden, die genau das anbieten. Da ich selbst keinen Fisch esse, kann ich die Qualität nicht wirklich beurteilen, habe mir aber sagen lassen, dass er köstlich ist. Wer sich stattdessen lieber etwas bewegen will, kann einen längeren Spaziergang von Matosinhos nach Foz da Douro einlegen (oder andersrum), dass ebenfalls mit Bus oder Electrico gut an Porto angebunden ist. Bei den etwa 4 km ist man über eine Stunde unterwegs und vielleicht ganz froh, wenn man nicht auch noch zurück laufen muss.

9. Portos lokale Köstlichkeiten probieren

Abgesehen von den wirklich leckeren Restaurants gibt es in Porto, wie auch in jeder anderen Stadt, diese regionalen Speisen, die man eben probieren muss. Neben Petiscos stehen die Portuensa (laut Google nennt man so angeblich Menschen die aus Porto stammen) vor allem auf zwei Sachen: Bolinhos de Bacalhau und Francesinha.

Bolinhos de Bacalhau sind längliche, frittierte Bällchen aus einer Stockfisch-Kartoffel-Masse, die es überall in Portugal gibt. Besonders hübsch ist es im traditionellen Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau, wo man die Bällchen mit Käse gefüllt und einem leckeren weißen Portwein der Kellerei Taylors in einer interessanten Halterung serviert bekommt. Dank der offenen Küche wird man zudem Zeuge der traditionellen Herstellung der Bolinhos de Bacalhau.

Bolinhos de Bacalhau Porto

Ein weiteres Muss der lokalen Küche ist das Francesinha, das es tatsächlich nur in Porto und Umzu, dafür aber dort an jeder Ecke gibt. Diese Wurst-Käse-Toast-Kombination ist wohl eine Abwandlung des französischen Croque Monsieurs, woher auch sein Name rührt, der sich etwa mit „kleine Französin“ übersetzen lässt. Ob sich das Francesinha als kulinarisches Highlight bezeichnen lässt, sei mal dahingestellt – ein kultiger Klassiker ist es aber allemal. Mit einer Schichtung aus Schinken, einer Art Chorizo und einem Rindersteak zwischen zwei Toast Scheiben, die mit Käse überbacken und in einer Tomaten-Bier-Soße getränkt werden, trifft es nicht unbedingt jeden Geschmack. Einige Restaurants variieren auch mit zusätzlichen Zutaten wie einem Spiegelei, dass auf dem Toast-Turm platziert wird. Vielleicht könnte man das kulinarische Niveau in etwa mit der Berliner Currywurst vergleichen – es ist nicht zwangsläufig ein 5-Sterne-Produkt, schmeckt aber insbesondere zu erhöhtem Alkoholkonsum sowie am Morgen Mittag danach. Wer sich traut: Hier gibt es eine Empfehlung der angeblich fünf besten Francesinha-Restaurants.

10. Treiben lassen!

Der beste Tipp, den man für Porto wohl geben kann, ist einfach nur durch die kleinen Straßen und Gassen bergauf und -ab zu wandern und die fantastische Kulisse zu genießen. Auf jeden Fall lohnt es sich, über die Brücke Ponte Dom Luís I zu laufen, und zwar über die obere Ebene. Hier hat man einen fantastischen Ausblick über Porto und Gaia und kann von oben in die kleinen Häuserhöfe schauen, die sonst verborgen bleiben.

Porto Ponte Dom Luís I

Wer lauffaul ist, kann auf der Porto-Seite mit einer kleinen Bahn zur Brücke hochfahren, auf der Gaia-Seite gibt es eine kleine Seilbahn die einen direkt ans Ufer zu den Portweinkellereien bringt. Man kann das Stück aber auch gut laufen und noch ein paar hübsche Ecken dabei entdecken, die man sonst wahrscheinlich übersehen hätte. Daher: Nehmt auf jedem Fall festes Schuhwerk mit und stellt euch auf Muskelkater ein, es lohnt sich!

porto

Wer nach dem ganzen Portwein ein wenig verkatert ist und lieber mäßigen körperlichen Anstrengungen nachgehen möchte, ist mit einer (super-touristischen) Brückentour bedient. Für 12 Euro kann man am Ufer in eines der traditionellen Rabelos hüpfen und sich die, zugegeben nicht so richtig eindrucksvollen, 6 Brücken in und um Porto vom Boot aus anschauen. Dabei hat man allerdings einen prima Blick auf die Häuserfassaden ohne sich viel zu bewegen, weshalb die Tour dann doch ganz nett ist.

porto-bootstour

 

Wer von euch war schon einmal in Porto? Gefällt euch die Stadt so gut wie mir? Ich freu mich über eure Kommentare!

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