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10 Things to do in Lissabon

Im Oktober sind mein Freund und ich endlich mal wieder ein bisschen weiter weg gereist: Eine Woche Portugal, 50% Lissabon, 50% Porto. In diesem Post dreht sich alles um Portugals Hauptstadt. Mit ihren verwinkelten Gassen, den Azulejos (den kunstvollen Keramikfliesen an den Häuserwänden) und ihrem südeuropäischem Charme ist die weiße Stadt immer einen Besuch wert.

Häuser mit Azulejos

Für einen Städtetrip ist der Oktober übrigens fantastisch, da er genügend Sonne bietet um im T-Shirt rumzulaufen aber nicht zu heiß ist, sodass der Hitzschlag bei den unzähligen Treppen und Straßen im 60° Winkel gerade noch so ausbleibt (sieben Hügel, I feel you). Das war tatsächlich nicht dumm, unser Airbnb lag nämlich in der Straße unterhalb des Miradouro da Nossa Senhora do Monte (s. Tipp 1), dem höchstgelegensten Aussichtsspot Lissabons. Der Heimweg war in etwa eine Mischung aus Bouldern für Anfänger und Kayla Itsines. Naja, vielleicht nicht ganz so schlimm. Dafür wurden wir mit einem fetten Balkon inkl. fantastischem Blick entschädigt und der schicksten Airbnb-Bude, in der wir bisher waren. Abgesehen von unserem schönen Apartment haben wir natürlich das wunderschöne Lissabon genossen und zehn Lissabon Must Dos gesammelt, die ihr für euren nächsten Trip unbedingt einplanen solltet!

Straßen Lissabons

1. Die Aussicht genießen

Wie bereits dezent erwähnt, ist Lissabon eine dieser Städte, die keine Straße hat, die nur annähernd ebenerdig ist, was darin resultiert, dass man sich ständig bergauf und -ab fortbewegt. Das ist aus zwei Gründen prima: Erstens hat man nach ein paar Tagen eine sehr straffe Wadenmuskulatur, zweitens gibt es immer wieder zwischendurch fabelhafte Ausblicke über die verschiedenen Teile der Stadt zu bestaunen, und das oft ganz unerwartet bereits an der nächsten Straßenecke. Institutionalisiert haben sich die Ausblicke in verschiedenen Miradouros, die sich überall in der Stadt in Parks, auf Plateaus oder Hotels befinden. Der schönste ist (natürlich) auch der mit dem steilsten Anstieg: Vom höchstgelegensten Aussichtsspot Miradouro da Nossa Senhora do Monte liegt euch Lissabon mit Blick bis zum Tejo zu Füßen. Mit der Eléctrico 28 erspart man sich übrigens viel Fußweg, wenn man bis zur Rua da Graça fährt. Hier gibt es übrigens eine super Übersicht über zehn verschiedene Miradouros (auch mit leichteren Anstiegen).

Miradouro da Nossa Senhora do Monte
Rua da Senhora do Monte
Lisboa, Portugal

Miradouro Lissabon

2. Achterbahn fahren

Wenn Lissabons ein Symbol hätte, wäre es vermutlich die gelbe Minitram. Diese sieht nicht nur klasse aus und eignet sich als tolles Foto-Motiv, sondern ist zudem mit einer sehr praktischen Strecke quer durch Lissabon eine tolle Alternative zum Muskelkater. Die Metro Linie Eléctrico 28 fährt so ziemlich jedes größere Sightseeing-Ding ab oder zumindest in die Nähe davon (hier ist die Strecke super beschrieben) und ist mit ihrem Ticketpreis von unter zwei Euro deutlich erschwinglicher als so ein blöder Sightseeing-Bus. Außerdem ist die Bahn selbst natürlich auch ein Erlebnis: Wenn man mit dem wackligen Ding die steilen Gassen Lissabons Alfama im doch recht flotten Tempo lang düst, wird man zwangsläufig an die letzte Achterbahnfahrt erinnert. Wer sich nicht wie eine Sardine vorkommen möchte, sollte die Fahrt nach Sonnenuntergang wählen. Definitiv eines unserer Highlights!

lissabon-lisboa-street

3. Kaffeepause machen

Während wir in Deutschland ja oft die letzte Plörre für viel zu viel Geld angeboten bekommen, sind die Portugiesen sehr geübt darin, guten Kaffee für wenig Geld zu vertreiben. Morgens gibt es daher zum kulinarischen Klassiker Toast mit Käse und Schinken erst einmal ein günstiges Käffchen. Besonders schön frühstückt es sich auf dem sonnigen Largo do Intendente Pina Manique im Café O das Joanas, das im mittlerweile aufpolierten ehemaligen Problemviertel um die Station Intendante liegt. Hier findet ihr auch das Haus mit den entzückendsten Azulejos das wir auf unserer ganzen Reise gesehen haben. Der Saft des Tages ist übrigens eine sehr nette Ergänzung zum Koffein.

O das Joanas
Largo Intendente Pina Manique 28
1100-285 Lisboa

O das Joanas Lisboa

Largo do Intendente Pina Manique

 

4. Fado hören

Nichts bietet sich besser an, um sich stundenlang bewusst zu verlieren, als die Alfama mit ihren zahlreichen verschlungenen Gassen, bei denen steil noch eine Untertreibung wäre. Lissabons ältestes Stadtviertel wurde weitestgehend vor den größeren Erdbeben verschont, weshalb das ursprüngliche Straßenlabyrinth erhalten geblieben ist. Zudem bietet die Alfama zahlreiche Restaurants in denen ihr Fado lauschen könnt, der traditionellen portugiesischen Musik, die meist von unglücklicher Liebe oder sonstigen Melancholien des Lebens handelt. Traditionell singen hier eine Frau und ein Mann, die auf einer portugiesischen sowie einer klassischen Gitarre begleitet werden. Der Vorteil an Fado-Restaurants ist, dass der Fado-Gesang an sich umsonst ist (wofür man sonst oft bezahlt). Allerdings lässt dafür das Essen meistens ziemlich zu wünschen übrig. Der günstige Wein führt dazu, dass der Abend trotzdem meistens prima ist. Wir waren im Fado Na Morgadinha, was wirklich hübsch war, mit seinen überteuerten mittelmäßigen Tapas aber kulinarisch nicht überzeugt hat. Der Liter Rotwein für 12 Euro hat aber trotzdem für gute Laune gesorgt.

Fado Na Morgadinha
Largo Peneireiro 5
1100-406 Lisboa

5. Lissabons Kirchen besichtigen

Normalerweise bin ich nicht so der Kirchen-Fan. Klar sehen die immer ganz nett aus, sie sind jetzt aber nicht unbedingt meine Must-Dos wenn ihr verreise. Wirklich beeindruckt hat mich aber die Igreja de São Domingos. Neben mehreren Erdbeben, die im Zeitverlauf so ziemlich jedes Gebäude in Lissabon platt gemacht haben, musste die Kirche auch noch einen sechsstündigen Brand im Jahr 1959 mitmachen. Das macht aber den feinen Unterschied zu den sonst oft massiv an Gold und Prunk überladenen anderen Kirchen aus, da die abgebrannten Mauern genau so belassen wurden – verrußt und abgeblättert. Das zerstörte Dach wurde ersetzt und zur Erinnerung an das Feuer rot angemalt. Mal was anderes.

Igreja De São Domingos
Largo São Domingos
1150-320 Lisboa

Igreja De São Domingos Lissabon

lissabon-igreja-de-sao-domingos-innen

6. Pastéis de Nata essen

Ich hab eigentlich nicht so den süßen Zahn, aber ein lauwarmes Pastel de Nata ist wahrscheinlich das beste, was ich seit langem gegessen hab. Die portugiesische Blätterteig-Pudding-Kombination darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Die Törtchen stammen ursprünglich aus Belém, mittlerweile ein etwas außerhalb liegender Stadtteil Lissabons, und wurden von Mönchen des (auch sehr hübschen) Mosteiro dos Jerónimos hergestellt. Nach der Schließung des Klosters verkauften die Mönche das Rezept weiter, wodurch die Pastéis de Belém ausgehend von einer Konditorei in der Rua de Belém langsam aber sicher an weltweiter Popularität gewannen. Die besten Pastéis gibt es nach lokaler Meinung aber gar nicht an der Stelle ihres Ursprungs, sondern in der Manteigaria – hier werden ausschließlich die Puddingtörtchen per Hand hergestellt und gehen oft noch heiß über die Theke. Wir hatten vier Stück in vier Tagen, das sagt alles, oder?

Manteigaria Fábrica de Pastéis de Nata
Rua do Loreto 2
1200-241 Lisboa

Manteigaria Lisboa

Pasteis de Nata

7. Street Food im Mercado da Ribeira

Leider muss ich zugeben, dass Lissabon kulinarisch gesehen nicht ganz so der Bringer war. Das traditionelle portugiesische Essen das wir serviert bekamen war meist labbriges Steak, durchgekochtes Gemüse und weiche Pommes. Essen auf höherem Niveau gab’s dagegen im Mercado da Ribeira und seiner trendigen Street Food Markthalle Time Out, einem permanenten Food Market. Neben landestypischem Essen wie den Bolinhos de Bacalhau gibt es mit Pizza, Currys, Smoothies und den Küchen diverser portugiesischer Spitzenköche vielfältiges Essen auf ordentlichem Niveau. Wer selber Hand anlegen will kann außerdem an einem portugiesischen Kochkurs teilnehmen. Nebenan kann man im „normalen“ Markt natürlich auch frisches Obst oder Blumen kaufen. Als Berliner nicht das spannendste überhaupt, aber durchaus einen Lunch-Besuch wert. Der Markt liegt übrigens in unmittelbarer Nähe zur Station Cais do Sodré, wodurch sich ein Besuch fabelhaft mit einem Strandbesuch kombinieren lässt (siehe 8.).

Time Out Market Lisboa
Av. 24 de Julho 49
1200 Lisboa

Time Out Market Lisboa

8. Raus aus Lissabon: Strandausflug!

Bei dem mediterranen Klima ist nur Stadt natürlich irgendwann doof. Daher: Auf zum Strand! Leider hat Lissabon keinen direkten Stadtstrand wie z.B. Barcelona, allerdings gibt es in umliegender Nähe zahlreiche, mehr oder weniger gut erreichbare Strände. Wir waren am Praia de Carcavelos, der in ca. 25 Minuten vom Bahnhof Cais do Sodré über die Station Carcavelos und einen kurzen Fußmarsch durchs Wohnviertel erreicht werden kann. Den Strand kann ich jedem empfehlen, der auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Für einen Nachmittag war er fantastisch, da er nicht nur schnell und unkompliziert zu erreichen sondern auch sauber ist, mit seiner Länge zum Strandspaziergang einlädt und durch die ganzen Surfschulen ein ganz gutes Unterhaltungsprogramm bietet. Hier gibt es eine ausführliche Übersicht über weitere Strände.

lissabon-carcavelos

lissabon-surfer

 

9. Flohmarkt-Shopping

Neben vielen kleinen Shops hier und da lohnt sich ein Besuchs von Lissabons größtem Flohmarkt, dem Feira da Ladra. Der wortwörtlich übersetzte „Markt der Diebin“ bietet von Lampenschirm bis Hippie-Schmuck alles, was das Flohmarkt-Herz begehrt. Obwohl man in Berlin ja gefühlt jeden Sontag damit verbringt, über irgendeinen Second Hand Markt zu schlendern, war dieses Exemplar wirklich einen Besuch wert. Mein Lieblingsfund war eine originale Azulejo-Kachel, die jetzt einen fabelhaften Teekannen-Untersetzer für meinen Ingwer-Tee darstellt. Der Markt findet jeden Dienstag und Samstag statt.

Feira da Ladra
Campo de Santa Clara
1100-472 Lisboa

 

10. Rooftopping

Natürlich hat auch die Gastronomie die hügelige Beschaffenheit Lissabons für sich entdeckt, weshalb es neben den zahlreichen Miradouros auch die Möglichkeit gibt, Cocktails mit schönstem Blick zu genießen. Das stylische Topo auf einem (zugegebenermaßen nicht besonders hübschen) Einkaufscenter am Praça Martim Moniz bietet Blick über selbigen und über die umliegenden Hügel bis zum Castelo de São Jorge. Aufgrund seiner schattigen Lage ist es perfekt für heiße Sommernächte. Wer auf Sonnenuntergänge steht, sollte das Lissabonner Äquivalent zum Klunkerkranich besuchen: Die PARK Bar liegt auf einem Parkhausdach zentral im Barrio Alto und bietet einen fantastischen Blick über die Dächer der Stadt bis zum Tejo. Bevor ihr ewig sucht: Gleich am Eingang zur Straße gibt es eine unscheinbare Metalltür die zum Aufzug führt!

Topo
Commercial Center Martim Moniz
Praça Martim Moniz
1100-341 Lisboa

PARK Bar
Calcada do Combro 58
1200-115 Lisboa

Topo Lissabon
Drinks im Topo

 

Topo Lisboa
Ausblick vom Topo

 

lissabon-park-bar
Sonnenuntergang auf der PARK Bar

 

Was ist mit euch, wart ihr schon einmal in Lissabon und habt vielleicht noch Ergänzungen? Oder konnten euch meine Tipps ein bisschen weiterhelfen? Ich freue mich über eure Kommentare!

tones

7 Comments

  1. Schöner Post! Da möchte ich direkt wieder nach Lissabon… eine tolle Stadt!
    Liebe Grüße,
    Tatiana
    thehappyjetlagger.com

    • tone

      Ganz lieben Dank Tatiana 🙂 Möchte auch so schnell es geht wieder hin!

  2. Laura

    Hat mir mega geholfen, danke!

    • tone

      Das freut mich, danke für den Kommentar 🙂

  3. Isi

    hej 🙂 ich fliege Ende September nach Lissabon, weißt du zufällig noch wie eure schicke Airbnb Bude hieß? Das wäre toll!

    • tone

      Hi Isi,

      Jetzt bin ich leider schon zu spät dran, allerdings waren wir auch die letzten Gäste in dem AirBnB weil der Host die Wohnung danach wieder für sich nutzen wollte. Was übrigens echt schade ist, die war echt schick! Es gibt aber unzählige tolle und günstige Apartments dort, ich hoffe ihr habt noch wascgutes gefunden und hattet eine klasse Zeit!

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